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Die Oldtimer Praxis in der Limora Motorenmanufaktur

Vermittelt durch den Klub kam die Anfrage der Oldtimer Praxis, ob sie die Überholung eines Ford V4 im Rahmen Ihrer „Seziert“ Reihe begleiten könnten. Was für eine Frage: Gerne waren die Kollegen aus der Motorenmanufaktur bereit, den Motor für die aufwendige Fotoproduktion zu zerlegen. Die Eindrücke, die wir bei der Erstellung der Bilderserie haben festhalten können, möchten wir Ihnen auf dieser Seite zugänglich machen.

Der Ford V4 kam als Ersatz für die seitengesteuerten, noch auf Vorkriegsentwürfen basierenden, 1,2 Liter Standardmotor mit stehenden Ventilen, der den 12M von 1952-1959 antrieb. Die Ford Konzernmutter hatte ein Einstiegsmodell für den US-Amerikanischen Markt entwickelt, das unter dem Namen Cardinal eine Kompaktklasse hätte etablieren sollen. Der Volkswagen mit seinen 1200 ccm Hubraum war in den USA ungeheuer populär und Ford wollte ein Wettbewerbsmodell etablieren. Leider ist es nach einer Neubewertung der Marktchancen nicht mehr dazu gekommen. Der fast fertig entwickelte Cardinal kam als P4 an den Rhein, wurde an deutsche Markteigenschaften angepasst und verkaufte sich ausgezeichnet. Das Auto war, bei ähnlichem Preis, dem Volkswagen weit überlegen.

Dieser 1,5 Liter V4 hat, zu erkennen an der Farbe der Ventildeckel, 65 PS. Das Auto, ein P4 Coupe aus dem letzten Baujahr, ist nach dem Aufbrauchen in der Scheune abgestellt worden. Nach fast 30 Jahren Dornröschenschlaf wurde der Wagen aus seiner Scheune geborgen und die Restauration in Angriff genommen. Im Laufe der Arbeiten kam der Motor zu uns.

Nach erster Sichtprüfung auf Beschädigung des Kurbelgehäuses wurde zunächst das Öl abgelassen, alle Deckel demontiert und der Motor in Baugruppen zerlegt. Danach kamen die einzelnen Teile in die Spülmaschine und wurden für die Dokumentation aufbereitet: Und hier kommt die Fotosession der Oldtimer Praxis ins Spiel.

In seiner Reihe „Seziert“ zeigt Alexander Polaschek konstruktive Merkmale ikonischer Motoren. Und wenn man den Kreis nur weit genug zieht, gehört der Ford V4 auch dazu. Herr Polaschek ließ sich die Konstruktion mit Ihren Besonderheiten, wie zum Beispiel der Stirnradkonstruktion und der außenliegenden Lagergasse, erklären. Auch der mitgereiste Fotograf Andreas Beyer machte große Ohren. Zusammen wurde dann überlegt, wie sich die einzelnen Bauteile des Motors so arangieren lassen, dass sich dem Leser oder Betrachter die Funktionsweise erklärt. Tolle Fotos sollten auch noch dabei herauskommen!

Operation gelungen. Die Bilder zeigen den Motor so schön, klar und verständlich, daß man sich an den gelungenen und aufwendigen „Explosionsfotos“ kaum sattsehen kann. Tolle Arbeit von Andreas Beyer. Das eine oder andere Bild vom Bildermachen haben wir auch geschossen.

Der Motor wurde gebohrt, Kolben im ersten Übermaß montiert. Die Lager der Kurbelwelle und die Pleuellager wurden ausgewechselt und der Motor mit einem neuen Dichtsatz wieder montiert. Die oft geschmähten Novotex Stirnräder waren noch gut. Die Köpfe wurden auf den Betrieb mit bleifreiem Benzin umgerüstet, die Ventilsitze gefräst und die Ventile geschliffen. Der gesamte Motor wurde wieder schwarz lackiert, die Ventildeckel strahlen leuchtend rot. Der Vergaser harrt noch seiner Fertigstellung, größere Probleme sind aber nicht zu erwarten. Insgesamt ein dankbares Projekt, mit dem die Kollegen aus dem Motorenbau Ihre Vielfalt haben unter Beweis stellen können.

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