Oldtimer Restauration

Wir von Limora kennen uns bestens mit den Tücken der Oldtimer Restauration aus. Hier finden Sie deshalb Grundlegendes, das Sie beim Restaurieren (lassen) bedenken sollten. Eine Oldtimer Restauration kann Ihr Auto beim Wiederkauf markant im Wert steigern oder Ihnen wieder ungeteilte Fahrfreude schenken – beides hervorragende Gründe, um sich einen Überblick über Methoden und Praktiken beim Auto-Restaurieren zu machen!
Autor: Philipp Knauf
Position: Sales
Aktualisierung: 01.06.2021

Auffrischung, Komplett- oder Teilrestauration?

Der Begriff Restauration hat sich umgangssprachlich zwar etabliert, jedoch spricht man eher von der Oldtimer Restaurierung. Wir verwenden hier beide Begriffe synonym!

Eine Restauration ist ein originalgetreues Instandsetzen eines Objektes bis ins letzte Detail. Und je nach Alter und Zustand Ihres Oldtimers kann eine Auffrischung oder Teilrestauration schon genügen, um ihn wieder fit zu machen. Bei größeren Mängeln, wie starkem Rostbefall, muss man dann überlegen, ob eine Komplettrestauration nötig ist, damit Ihr Oldtimer wieder in vollem Glanz erstrahlen kann.

Dabei kann man den Oldtimer entweder einer rollenden Restaurierung unterziehen, bei der nur diverse Einzelteile bearbeitet werden und das Auto komplett nutzbar bleibt. Oder es wird eine Frame-Off-Restaurierung durchgeführt, bei der Ihr Wagen in seine Einzelteile zerlegt wird und so alle Karosserie- und Interieur-Teile überholt werden können.

Das wichtigste ist jedoch, dass Ihr Auto von einer fachkundigen Person in Augenschein genommen wird, die möglichst genau abschätzen kann, welche Art der Restauration für Ihren Oldtimer die passende ist. Falls Ersatzteile benötigt werden, geben wir Ihnen den Rat mit auf den Weg, sich immer für Original-Ersatzteile zu entscheiden.

Denn alles andere würde zwar im Moment Geld sparen, aber den Wert Ihres Autos unnötig mindern oder sogar zum Verlust des Oldtimerstatus führen!

Mitunter braucht man ein geübtes Prinzessinnenauge, um im Frosch den Prinzen zu erkennen....

Oldtimer Restaurierung: Schritt für Schritt zu neuem Glanz

Wann eine Restaurierung Ihres Oldtimers sinnvoll ist, hängt zum Teil vom Gesetzgeber, von Ihren Vorstellungen, dem allgemeinen Zustand und dem Alter Ihres Wagens ab. Unabhängig davon, inwieweit Ihr Oldtimer restaurierungsbedürftig ist, bieten zahlreiche Werkstätten in ganz Deutschland eine professionelle Restaurierung Ihres Autos an.

Hier sind Sie nicht nur bestens beraten, Sie erhalten auch immer einen Kostenvoranschlag und die Mitarbeiter in derartigen Betrieben verfügen genau über das nötige Maß an Handwerkskunst, Erfahrung und Kreativität, die eine Oldtimer Restauration verlangt. Und je älter und rarer ein Oldtimer ist, desto aufwendiger – im Bezug auf Kosten und Dauer – ist eine Restauration.

Damit Sie sich ungefähr vorstellen können, wie viel Arbeit hinter der professionellen Wiedererstellung historischer Fahrzeuge steckt, haben wir hier ein paar Standard-Baustellen bei der Oldtimerrestauration aufgelistet. Konkrete Restaurationsarbeitenwerden bei jeder professionellen Werkstatt immer erst nach einer genauen Begutachtung und Bestandaufnahme Ihres Fahrzeugs geplant!

Karosseriearbeiten

Wenn eine Komplettrestauration nötig ist, wird Ihr Oldtimer sozusagen bis auf die Knochen ausgezogen. Das beginnt mit dem Zerlegen des Fahrzeuges, wobei alle Teile auf ihre Weiterverwendung begutachtet werden und entweder in den Reparaturkreislauf eingefügt oder staubfrei und geschützt eingelagert werden. Das Entfernen von Dichtmasse und Dämm-Material rund um die Karosserie ist unumgänglich, damit beim Sandstrahlen das Strahlmittel nicht wirkungslos zurückprallt. Auch der Unterbodenschutz muss davor noch ab! So löst das Strahlmaterial auch die letzten Lackreste am Wagen.

Dadurch kann man die komplett entlackte Rohkarosse auf Rost oder andere Schäden hin untersuchen. Dann erst kann der Restaurateur eine genaue Bestandsaufnahme machen, Reparaturen planen und wenn nötig gleich passende Ersatzteile bestellen. Im Grunde genommen ist die Ersatzteil-Beschaffung der Dreh und Angelpunkt einer jeden Oldtimer-Restauration. Darum sei es nochmals gesagt: Achten Sie hier besonders auf kundige Beratung, hohe erfügbarkeit und gute Qualität der Teile!

Karosserie-Instandsetzung: Blecharbeiten und Anfertigung von Blechteilen

Hier wird sich immer noch um die Karosserie gekümmert: Egal ob Schweißen, Schneiden oder Rekonstruieren, beim der Rekonstruktion der Rohkarosserie sollte höchster Wert auf die Qualität der handwerklichen Arbeit gelegt werden. Nur so entsprechen allfällige Arbeiten im Ergebnis der originalen Bauweise Ihres Oldtimers!

Lackierarbeiten

Erst wenn die Karosserie wieder einwandfrei zusammengebaut ist, Motorhaube und Scheinwerfer perfekt sitzen und auch sämtliche Zierleisten wieder strahlen, kann Ihr Oldtimer lackiert werden.
Denn ist einmal Lack am Oldtimer, kann man hinterher an der Karosserie nicht mehr basteln, ohne wieder Schäden anzurichten!

Die Lackierarbeiten sind allgemein mit höchster Präzision durchzuführen. Warum?
Ganz einfach: Der Lack ist das Erste, wohin man bei einem Auto blickt und dieser sollte deshalb makellos sein und zum Fahrzeug passen!

Schon kleine Fehler und Unregelmäßigkeiten können sofort ins Auge stechen und das wäre für jeden Liebhaber ein Stich mitten ins Oldtimer-Herz.

Weitere Schritte bei einer Komplettrestauration

Hier würden wir bei genauer Erklärung vom Hundertsten ins Tausendste kommen. Damit Sie aber einen Überblick erhalten und zumindest schon einmal gehört haben, was ein Restaurateur leisten muss, wenn er sich Ihres Oldtimers annimmt, haben wir Ihnen hier weitere Restaurations-Schritte aufgelistet:

  • Die technische und mechanische Aufarbeitung von Achsen, Motor, Getriebe.
  • Die Einstellung und Überholung von Einspritzanlage bzw. Vergaser.
  • Die Wiederherstellung der mechanischen Funktionen und der Auto-Elektrik (z.B. Türmechanik, Verdeck-Mechanik).
  • Die Aufarbeitung der kompletten Innenausstattung, z.B.: Tacho, Lenkrad und Radio
  • Sattlerarbeiten (Sitze, Dachhimmel, usw.)
  • Unterbodenschutz (sofern Sie ihn aufbringen wollen, er ist durchaus umstritten) nach dem gründlichen entrosten (vor der Lackierung)
  •   Hohlraumkonservierung nach der Lackierung
  •  Der Zusammenbau aller Einzelteile – vom Motor, über Türen bis hin zu den Sitzen – müssen am Ende wieder alle Einzelteile passgenau eingesetzt werden.

Teilrestauration

Bei einer Teilrestauration müssen, wie der Name schon sagt, nur gewisse Teile Ihres Oldtimers instand gesetzt werden. Dazu gehören im Allgemeinen folgende Arbeiten, die selbstverständlich auch Teil einer Komplettrestauration sind:

  • Ausbeulen und den Oldtimer Entrosten
  • Rostversiegelung der Karosserie sowie des Hohlraumes
  • Neulackierung
  • Motor- und Getriebeüberholung
  • Erneuerung der Bremsen und Radlager
  •  Aufbereitung von Armaturen und Lenkrad
  • Sattlerarbeiten wie der Neubezug von Sitzflächen

Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, nur den Motor zu reparieren, um die Verkehrstüchtigkeit zu gewährleisten. Weitere gängige Maßnahmen zur Instandsetzung eines Oldtimers sind die Lenkrad-, Tank- oder Tacho- Restauration. Bei der Karosserie spielt gerade bei älteren Autos auch der optimale Rostschutz im Rahmen der Oldtimer-Restauration eine entscheidende Rolle.

Bei der Teilrestauration ist für Sie unbedingt zu beachten, dass keinen größeren Karosseriearbeiten durchgeführt werden und die Aufbereitung lediglich ein paar Jahre anhält, natürlich je nach Verschleiß, Fahrverhalten und der handwerklichen Qualität sowie der Materialbeschaffenheit der eingebauten Teile. 

Den Oldtimer selbst restaurieren – geht das?

Als wahrer Oldtimer Liebhaber werden Sie auch gerne selbst an Ihrem Auto herumschrauben wollen. Dazu benötigen Sie jedoch Fachwissen und das richtige Werkzeug und beides fällt nicht einfach vom Himmel. Die meisten Oldtimer-Restaurationsarbeiten folgen nämlich keinem einheitlichen Schema, sondern es wird je nach Reparaturarbeit eine Menge KFZ-Fachwissen, handwerkliche Begabung und Kreativität vom Restaurateur gefordert.

Im Gegenzug fordert auch jeder Oldtimer ein umfassendes Wissen zum Typ, seinen Besonderheiten und möglichen Schwachstellen. Um hier fit zu sein, muss man Unmengen an meist wissenschaftlicher Literatur lesen und sich intensiv mit Werkskatalogen beschäftigen – das kostet Zeit, Nerven und Geduld!

Auch wenn diese Hürden erstmal unüberwindlich erscheinen: Nur Mut! Sie brauchen ja nicht gleich mit einem Jaguar XK 120 anfangen! Kaufen Sie sich als erstes "Übungsobjekt" am besten einen günstigen Oldtimer (oder auch einen Youngtimer), der in großer Stückzahl gebaut wurde, und dessen Ersatzteil-Situation nicht kritisch ist, z.B. einen Fiat 126. Und einen Oldtimer selbst restaurieren heißt nicht, dass man alles selbst machen muss. Reparaturen, die man sich nicht zutraut, oder bei denen man nicht weiterkommt, kann man immernoch in einer Werkstatt ausführen lassen!

So kommen Sie meist auch kostengünstiger davon, als den Oldtimer komplett in einer Werkstatt restaurieren zu lassen. Sie werden Ihr Auto danach in und auswendig kennen, was die Verbindung zwischen Oldtimer und Besitzer nachhaltig stärken wird. Darüber hinaus wird Sie ein gutes Endergebnis sehr stolz machen und den Wert Ihres Oldtimers nicht nur für Sie persönlich erhöhen.

Achtung: Die Fahrsicherheit Ihres Wagens soll auf keinen Fall leiden, denn so gefährden Sie nicht nur die Oldtimer-Zulassung (bei falsch eingebauten Teilen), sondern auch das Leben Anderer! Ein Video, dass sehr gute Einblicke in den Umfang einer Oldtimer Restauration gibt, finden Sie gleich hier – ein sehr interessantes Video, nicht nur für alle Fiat 500 Fans!

Der Oldtimer als Wertanlage

Da wir uns fast am Ende unseres Ratgebers befinden, wollen wir erwähnen, dass ein Top instand gehaltener Oldtimer eine solide Wertanlage ist. Selbstverständlich sind hier alle etwas in die Jahre gekommen Oldtimer und diverse Youngtimer je nach Zustand und Marke ebenfalls eine gute Anlage.

Jedoch verkauft sich ein schön in den Originalzustand wiederhergestellter Oldtimer sehr viel besser, mal ganz abgesehen davon, ob Sie Ihren Liebling überhaupt verkaufen wollen! Die folgende Statista-Grafik wird Sie staunen lassen, denn die Entwicklung der Oldtimer Preise seit 1999 geht schwindelerregend steil nach oben, aber sehen Sie selbst:

Quelle: Entwicklung der Oldtimerpreise (Oldtimer Index) in Deutschland in den Jahren 1999 bis 2018; 1.000 wird hier als Grundwert angenommen, um die Wert-Steigerung zu markieren

Oldtimer Restauration: Unser Fazit

Wenn Sie einen Oldtimer besitzen, sollte dieser immer gut gepflegt und instandgehalten werden. Bei einer Restauration muss auch nicht immer das gesamte Auto bearbeitet werden. Auch eine Auffrischung des Lacks oder des Innenraumes, kann Ihnen wieder neue Freude beim Fahren schenken. Eine Teil- oder Komplettrestauration hingegen kann überdies auch den Wert Ihres Fahrzeugs erheblich steigern!  

Kleine Arbeiten können Sie überdies mit der nötigen Erfahrung gerne selbst durchführen, bei einer kompletten Oldtimer Restauration, empfehlen wir Ihnen hingegen eine Werkstatt bzw. einen KFZ-Profi aufzusuchen. Denn Ihr Wagen hat nur das Beste verdient und so steht einer lebenslangen Beziehung zwischen Fahrer und Oldtimer nichts im Wege!